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Foto: Ferdinand Neumüller

Biographie

1927 Steinkohle, Stahl, Webereien und karge Landwirtschaft dominierten die Stadt Warnsdorf in Nordböhmen. Durch mehr als hundert Dampfmaschinen waren die Bauerndörfer verdrängt und zur Stadt geworden. Hier wurde Hoke als zweites von sechs Kindern am 12. September 1927 geboren.

1928-1942 Sein Hang zu zeichnen, zu fabulieren und zu bauen lag etwas außerhalb der Norm. Die väterliche Scheune war sein Schloss und der oft Hochwasser führende Bach, sein Fluss. Dies wurde weder behindert noch unterstützt. Im Alter von zwölf Jahren erlaubte ihm sein Onkel, der Kunstschmied war, in der Schmiede zu helfen. In der Arbeit in der Schmiede begegnete er zum ersten Mal der Kunst. Dabei wollte er bleiben.

1943-1945 Krieg und Gefangenschaft. Die Stadt mit der Schmiede und der rechte Arm verloren. Noch im Lazarett bemalt er die ersten Wände am Gang der Baracke. 

1946-1956 Robin C. Andersen, Rektor der Akademie der Bildenden Künste in Wien, erlaubte Hoke, in seiner Meisterschule zu arbeiten. Anstelle der Zeichnungen mit utopischen Maschinenkonstruktionen seiner Kindheit lernte er das Zeichnen nach Menschen als Modell. In dieser Schule wurde die menschliche Gestalt nicht abgezeichnet, sondern konstruiert, das kam Hoke sehr entgegen. Andersen gab ihm ein eigenes Atelier, das er zuerst mit Kurt Absolon und später mit Alfred Karger teilte. In diesem Atelier entstanden Kartons für Wandmalerei von ca. 4x7m Fläche. Parallel dazu wurde bei Herbert Boeckl sehr intensiv das Aktzeichnen betrieben. An diesen Abendveranstaltungen nahmen die meisten Studenten der Akademie der Bildenden Künste teil, unter ihnen z.B. Avramidis, Hrdlicka, Mickl, Schönwald. 

1948 erste Reise nach Italien mit dem Fahrrad. 1949 erhält Hoke den ersten Preis beim Wettbewerb um die Fresken des Klagenfurter Bahnhofs. 1951 große Fahrt durch Italien bis Sizilien mit dem Zug. Die Grundarbeit in dieser Zeit besteht aus Zeichnungen und Ölbildern ohne literarischen Inhalt. Auf Grund einer Ausstellung von Studienarbeiten erhielt Hoke 1953-1954 ein Stipendium des Französischen Staates. In Paris entstand die Ikonologie und die Gestaltungsart der Bahnhofsfresken. 1954 Heirat mit der Malerin Maragrethe Stolz, Beginn der Arbeit an den Fresken im Klagenfurter Bahnhof. 1955 erste Reise nach Spanien mit dem Moped. 1956 erzeugt die Enthüllung der Fresken einen Skandal.

1957-1961 lebte Hoke in Wien. Vier Kinder wurden geboren. 1961 Gewinn des Wettbewerbes für die Glaswände der Kirche St. Florian in Wien. Werkstätten wurden erforderlich. Kauf des Schlosses Saager an der Drau in Kärnten. 

1962-1973 Revitalisierung des Schlossgebäudes und Installation der Werkstätten mit einem Glasschmelzofen, in denen die Glaswände erarbeitet wurden. 1962 erste Bilderausstellung in einer Galerie (Galerie 61 in Klagenfurt). Werkstattarbeit, Bildmalerei wie Akte und sitzende Frauen nach Modell, Holztafelbilder ohne Modell und Teilnahme an Wettbewerben in den folgenden Jahren. 1968 Reise über Russland nach Tokio, dort Ausstellung. 1973 erste Ausstellung in der Grafischen Sammlung Albertina in Wien. 

1974-1985 Erste Reise und Aufenthalt in Peru, während der nächsten zwanzig Jahre wiederholte Aufenthalte, Beginn der Malerei in der Landschaft. 1974 Berufung als Universitätsprofessor an die Technische Universität  Graz, Fakultät für Architektur, Gründung und Leitung des Institutes für künstlerische Gestaltung während der nächsten zwanzig Jahre. 1974 Beginn des Baues eines Werkhauses (Architekt Eberhard Klaura) mit Ateliers, Werkstätten für Glas, Email und Lithografie, samt Unterkünften für Helfer.1979 Projektarbeit mit Architekturstudenten an der Planung eines „Kärntner Dorfes“ als Musterprojekt gegen die Zersiedelung der Landschaft, Publikation „Labnig“ 1980. 1982, 1983, 1984 und 1987 Kursleiter einer Klasse für Malerei und Wandmalerei an der Internationalen Sommerakademie für Bildende Kunst in Salzburg. 

1986-1997 Bau des Kärntner Sonnenturmes (Architekt Eugen Hein) an der A2 Südautobahn Rastplatz Twimberg. 1986 Geburt des fünften Kindes (Mutter C. Binder) und Aufteilung des Besitzes in Saager. Erweiterung des Werkhauses um einen unterirdischen Saal (1987), Bau eines Ateliers “Atrium“ (1994) für großformatige Bilder und Errichtung von Räumen für die Präsentation und als Depot von Bildern und großen Arbeiten „Speicher“ (1997). 1997 Heirat mit der Architektin Christa Binder.

1998-2006 Etappenweise Arbeiten in den Werkstätten für Email, Glas und Lithografie. Malreisen nach Spanien und in die Toskana. Mehrere Arbeiten im Landeskrankenhaus Villach nach einem gewonnenen Wettbewerb, Gestaltung des Innenraumes der Krankenhauskapelle und Gestaltung des Hofes. 2002-03 Emailwand „muro vecchio“ im Maß von 5m Breite und 10m Höhe auf dem Platz vor dem Schloss Porcia in Spital an der Drau. Ab 2003 Arbeit an großformatigen Bildern, die selbst zu Gegenständen werden, ohne auf Gegenständliches Bezug zu nehmen. Es geht dabei um Farbe, um Zeichnung und deren Konzentration auf das inhaltliche Nichts. Nichts gilt als das Bild. 

Biografie publiziert im Buch „Nada“ 2006